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A-PEPOUZA
Die Stadt Pepouza befindet sich im
Bezirk Ulaþ, der vom Dorf Karayakuplu abhängt, das 16 km vom Stadtzentrum
Karahalli entfernt ist. Sie liegt westlich der Cilandras-Brücke. Mehr als
6000 Personen wohnten in dieser Stadt, die sich über 12 ha ausbreitet.
GESCHICHTE
Pepouza ist der Mittelpunkt der
Montanismus-Bewegung. In der Nähe dieser Stadt befindet sich die Stadt
Tymion. Im Jahr 1999 entdeckten die Dorfbewohner von Susuzören eine mit
einem römischen Schriftstück versehene Tafel. Diese kleine Tafel befindet
sich im archäologischen Museum von Usak. Auf dieser Tafel befiehlt der
römische Kaiser Septimus Severus den Bewohnern der Stadt Tymion, welche sich
über ihre hohen Steuern beklagen, : „Ihr seid gezwungen die Steuern zu
bezahlen, sie sind nicht hoch“.* Dank dieser an die Bevölkerung der Stadt
Tymion gerichteten Aufforderung haben die amerikanischen und deutschen
Archäologen in der Gegend Nachforschungen ausführen können, da sie wussten,
dass die Städte Tymion und Pepouza nahe bei einander liegen. Als Folge der
archäologischen Grabungen wurde Pepouza entdeckt und der topographische
Grundriss der Stadt konnte gezeichnet werden. Pepouza wurde im Jahr 165
erbaut und im Jahr 650 auf Befehl des römischen Kaisers Justinian (517-565)
zerstört, der damit dem Montanismus ein Ende setzte.
MONTANISMUS
Der Montanismus ist in der Region um
Phrygien um 165 n.Chr. entstanden. Gegründet hat ihn der Mönch Montanus,
begleitet von Priscilla und Maximilla. Diese Religion geht auf die
frühchristliche Zeit zurück. Sie wurde durch den Kult der Göttin Cybele
beeinflusst, welcher der phrygischen Zivilisation gehörte, und den Frauen
grosse Bedeutung zuschrieb. Es war die einzige Religion welche den
Priesterinnen im Priesterrat eine hohe Stellung zuwies. Sie gewährte den
Frauen in der Kirche und in der Gesellschaft eine gleichbedeutende Rolle wie
den Männern. Diese Religion gründet auf dem Grundsatz der Laizität und wurde
daher vom Kirchenrat nicht toleriert. Sie fand Anhänger und breitete sich
bis Konstantinopel und Rom aus. Die Ausübung dieser Religion wurde
untersagt, die entsprechenden Bücher wurden verbrannt. Ihre Anhänger wurden
entweder durch den Tod bestraft oder mussten darauf verzichten, ihrem
Glauben nachzuleben. Der römische Kaiser Justinian (517-565) sandte seine
Armee von Ephesos nach Pepouza um die Stadt zu zerstören und die Anhänger –
sowohl Männer als auch Frauen – zu töten. Heute gibt es von dieser Religion
keine Anhänger mehr; trotzdem hat sie ihren Platz in der Geschichte.
Grand Canyon und Fluss Banaz
Der Fluss Banaz, der dem Berg Murat
entspringt, fliesst 14 km nördlich von Karahalli vorbei. Er durchquert die
Region Banaz – Sivasli – Karahalli – Ulubey von Norden nach Süden, bis er in
der Nähe der Stadt Güney – Denizli den Fluss Büyük Menderes erreicht. Weiter
unten liegt der Stausee Adý Güzel in den der Fluss Banaz mündet. Der grosse
Fluss Büyük Menderes durchquert die Gegend der Ägäis und erreicht das Meer
in der Nähe der antiken Stadt Didyma. Der Canyon, durch den der Fluss Banaz
fliesst, ist 75 km lang.
Cilandras Brücke (Beschreibung)
Diese Brücke ist ein
architektonisches Meisterwerk das die Überquerung des Canyons erlaubt. Sie
wurde an der engsten Stelle des Canyons erbaut. Erbauer war der König Gygas
(670-657). Die Brücke ist Teil des Königswegs. Sie ist 1,75 m breit, 24 m
lang und 17 m hoch. Eine zweite Brücke befindet sich ungefähr 1,5 km weiter
am Ende der schmalsten Stelle des Canyons. Die zwei Pfeiler dieser Brücke
befinden sich an den Seiten des Canyons, in dessen Mitte das Fundament
steht. Wahrscheinlich wurde sie zerstört, entweder durch Überschwemmungen
oder durch Erdbeben oder sogar durch die Römer. Die für den Bau verwendeten
Steine sind heute im Canyon zerstreut, doch die Fundamentreste bestehen
noch.
Cilandras Brücke und geschichtliche Bedeutung des
Canyon
Der engste Teil des Canyon ist 2 km
lang. Man gewinnt den Eindruck einer Festung deren Zugang beschwerlich ist,
weil es schmal und hoch ist. Seit der lykischen Ära diente diese als
Zufluchtsort. Dem ganzen Canyon entlang haben die Menschen die Felsen
behauen und einen Weg gebaut, nur gerade breit genug für den Durchgang einer
Person. Nur bis zur Mitte dieses Weges kann man zu Fuss gehen.
Dem Canyon entlang befinden sich im
Fels gehauene Gräber, Ruinen und der Königsweg. Der Canyon ist nur
25-50 m
breit und beeindruckt durch seine Höhe. Die Sonne erreicht den Canyon nur
teilweise. Dadurch färben sich die Pflanzen und Bäume die sich im Wasser
spiegeln grün und türkisartig. Die Flusstiefe variiert zwischen 30 cm und 2
m. An gewissen Stellen sind die Strömungen ziemlich stark. Der Fluss ist
reich an Süsswasser-Fischen, an mehreren Vogelarten und Schmetterlingen. Es
gibt an gewissen Stellen auch Wiesen auf denen sich picknicken lässt. Das
klare Wasser lädt zum Schwimmen ein. An der Stelle, wo der Canyon breiter
wird, befinden sich die Ruinen von Pepouza. Dort befinden sich ebenfalls
Weinberge, Apfel- Pfirsich- und Aprikosenbäume. Die Schönheit der Natur und
die historischen Umstände machen den Reichtum dieser Gegend aus.
SEBASTE – SIVASLI
Diese phrygische Stadt ist 32 km von
Karahalli entfernt. Sie wurde durch die Lykier, die Römer und die Byzantiner
gebaut, wieder aufgebaut und bewohnt. Ganz in der Nähe befinden sich 2
Grabhügel aus der Antike und 2 römische Kirchen wurden bei archäologischen
Grabungen entdeckt. In der Nähe befindet sich das Dorf Secikler, ein typisch
anatolisches Dorf mit schönen alten Häusern. Mit seinen Traditionen lohnt
sich der Besuch.
BLAUNDOS – ULUBEY
Diese Ortschaft befindet sich 43 km
von Karahalli entfernt. Sie wurde auf einem halbinselförmigen Gelände
erbaut, das von einem Canyon und einem im südöstlich des Dorfes Sülümenli
gelegenen Fluss umgeben ist. Die Stadt wurde in hellenistischer Zeit erbaut.
Die Mazedonier hatten ihre eigenen Münzen. Die Bewohner mazedonischen
Ursprungs hiessen Blaundos aus Mazedonien. Die Festung ist von 2 Mauern
umgeben; deren Eingang besteht aus quadratischen Türmen. Der Bogen befindet
sich in der Nähe des Festungseingangs. In der Stadt selbst gibt es Ruinen,
Tempel und ein Theater im Canyon. Aus der Entfernung sind am Rande des
Canyon mehrere Wohngrotten zu erkennen.
HASKÖY ASARI
Gräber und Fresken
Auf den steil abfallenden Felsen des
Flusses Banaz befinden sich Gräber. Beschädigte Fresken stellen Szenen von
Aposteln und Engeln dar. Die von den Römern vertriebenen Christen haben hier
gelebt und gebetet.
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